Vor- und Mitsingkonzerte

Dieses etwas anderes Format des Konzerts gibt Raum für eine Mischung aus Zuhören, Vorsingen und gemeinsamen Singen. Klingt ein bißchen wie gehabt, dahinter verbirgt sich aber eine tief gehende Betrachtungsweise und ich möchte erklären, um was es mir dabei geht:
Ich stelle immer wieder fest, daß die Art, wie unsere Kultur funktioniert, die Menschen nicht gerade motiviert, sich zu zeigen. Ein Konzert gibt nur, wer "gut" ist, die Menschen, die kommen, dürfen genießen, bewundern, nur selten mitmachen. 
Das Gehörte inspiriert möglicherweise, vielleicht wirkt es auch frustrierend und demotivierend,
wenn wir im Vergleich nicht bestehen können.
Und da liegt auch schon eine große Ursache für viel Leid und Aufregung:
Die Bewertung und der Vergleich. 
Wir sind trainiert, in vergleichender Bewertung zu kategorisieren, und daran koppelt sich unser
Belohnungssystem und die Wertschätzung unserer Person. 
Gute Leistungen werden gemocht, schlechte Leistungen abgelehnt. DiePerson mit der besseren Leistung erfährt Liebe, Wohlwollen und Aufmerksamkeit, die Person mit der schlechteren Leistung wird übersehen,
nicht gewertschätzt oder sogar abgelehnt. 
Dieses System erzeugt Aufregung oder sogar Angst. In dem Moment, wo ich mich hingegen sicher fühle, geliebt, wertgeschätzt so, wie ich bin, fällt es mir leicht mich zu zeigen, etwas zu teilen, mich gehen zu lassen, Spaß zu haben.
Vielen fällt es aufgrund unserer Erziehung ohnehin schwer, sich gehen zu lassen.
Selbst in einer Gruppensituation haben viele Menschen Mühe, gegen die Angst, negativ bewertet zu werden, anzugehen. Zum Beispiel beim Tanzen wirklich locker zu werden, nicht daran zu denken: "Wie sieht das jetzt aus? Was denken die anderen?" und in den flow zu kommen. 
Und genauso schwierig ist es oft, andere Menschen nicht sofort in Schubladen zu stecken, zu bewerten, egal ob auf- oder abwertend geschaut wird- auch Lob kann belastend sein!
Es ist ja tatsächlich zwar oft so, dass wir darauf trainiert sind, Lob zu erhalten. Wir sollen üben, etwas zu können, wofür wir Lob erhalten. Das ist aber ja gar keine in der Sache liegende Motivation! 
Was wäre denn eine Motivation, die nicht aus der Suche nach Lob entspringt?
Beim Musik- Machen können wir in eine Welt der Vibration und des Klangs eintauchen, uns verbinden über das Hören, die Körperempfindung, die Emotion.
Jemand, der/ die gerne singt oder musiziert, möchte vielleicht gerne gehört werden, um seine/ ihre Freude oder andere Emotionen zu teilen. Und wir hören gerne anderen zu, um bereichert zu werden, um uns berühren zu lassen, Energie auszutauschen. Wir könnten die anderen feiern, uns alle wertschätzen, uns verbinden und aus dem Ganzen Energie schöpfen.
Und solch ein Fest stelle ich mir unter diesem Vor- und Mitsingkonzert vor.
Wenn ihr also Lust habt, gemeinsam ganz ernsthaft etwas Neues zu wagen, aufmerksam und achtsam in einen gemeinsamen Abend einzutauchen, kannst Du Dich bei mir melden!
Ich freue mich schon auf das nächste Konzert dieser Art!